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Kollaborative Mobilität ? was ist das eigentlich?

Veröffentlicht am 06.07.2015 um 20:26 in Mobilität im Wandel von qixxit

?Kollaborative Mobilität? ist eine Mobilitätsform, die auf Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P) aufbaut. Das heißt, dass sich Privatpersonen untereinander austauschen und so die klassischen Verkehrsangebote ergänzen, beispielsweise durch private Mitfahrzentralen. Konkret kann das dann so aussehen, dass ein Pkw-Besitzer auf seinem Weg zur Arbeit an verschiedenen Stationen ?Passagiere? mitnimmt, die zuvor ihren Standort via GPS-Signal angegeben haben. Auf diese Weise erfolgt eine bessere Pkw-Auslastung, was sich sowohl für Besitzer, als auch für Passagiere positiv auf die Kosten auswirkt. Neben den offensichtlichen ökonomischen Vorteilen birgt diese flexible Mobilitätsform auch ökologische und soziale Vorteile in sich, beispielsweise indem sich Nachbarn näher kennenlernen oder sich Kollegen bereits auf dem Arbeitsweg austauschen können. Das Auto steht im Mittelpunkt dieses mobilen Wandels ? und wird gleichzeitig neu erfunden: nicht mehr der Pkw-Besitz steht im Vordergrund, sondern vielmehr die Zugangsoptimierung zu einem Auto sowie seine praktikable Nutzung. Dabei spielen Erschließungs- und Vernetzungstechnologien eine größere Rolle als etablierte Verkehrsangebote; symptomatisch sind auch viele IT-Start-Ups in diesem Markt zu finden. Denn Treiber und teilweise auch Voraussetzung für die Etablierung der Ko-Mobilität ist einerseits das mobile Internet und die digitale Vernetzung, sowie andererseits die Etablierung des Wunsches nach nachhaltigerem Konsum, auch in Bezug auf Mobilität.

Durchschnittlich steht ein Auto 23 Stunden am Tag. Dabei produziert es Kosten, beispielsweise, indem Parkgebühren bezahlt werden müssen. Ein Auto lohnt sich also nur, wenn es auch gefahren wird. Durch das Vermieten an andere Nutzer können Pkw-Besitzer nun auch verdienen, anstatt nur zu bezahlen ? oder zumindest einen Teil ihrer Kosten decken. Auch private Parkflächen (beispielsweise Garageneinfahrten) können vermietet werden. Dafür gibt es in London bereits eine Vermittlungs-App, die insbesondere von Pendlern genutzt wird. Die innerstädtische Parkplatznot wird dadurch ein Stück weit abgemildert und Städte müssen weniger kostbare Infrastruktur für Parkplätze aufwenden, sondern können beispielsweise Fußgängern stattdessen eine höhere Aufenthaltsqualität bieten.

Viele innovative Mobilitätslösungen wurden auf dem Wocomoco-Kongress 2015 vorgestellt.
Viele innovative Mobilitätslösungen wurden auf dem Wocomoco-Kongress 2015 vorgestellt.

Vom 25.-26. Juni 2015 fand der bereits dritte Kongress zum Thema Kollaborative Mobilität in Innsbruck statt. Katja Heid vom Qixxit-Team war dabei und hat viele interessante Aspekte erfahren und mitgenommen. Kernthema der diesjährigen Konferenz war die Zusammenarbeit der vielen verschiedenen Akteure und Unternehmen im neuen Shared-Mobility-Markt. Entsprechend waren auch die Teilnehmer bunt gemischt: von öffentlichen Verkehrsunternehmen (in erster Linie aus Österreich, Deutschland und der Schweiz), über Start-Ups, bis hin zu Stadtverkehrsplanern und Tourismusunternehmen kamen die TeilnehmerInnen aus diversen Bereichen. Daran lässt sich auch ablesen, dass das Thema (Kollaborative) Mobilität in seinen vielfältigen Facetten nicht nur von großer Relevanz, sondern auch von wirtschaftlichem und öffentlichem Interesse ist. Auch die vielen neuen Veränderungen innerhalb kurzer Zeit stehen für diese Dynamik. Eine Erkenntnis des Kongresses war, dass drei Entwicklungen die Mobilität der Zukunft entscheidend beeinflussen werden:

  • CO2-Reduzierung
  • Entmotorisierung
  • Entprivatisierung

Für die Mobilität mit weniger CO2-Verbrauch steht beispielsweise die Elektromobilität in Form von E-Autos, E-Lastenrädern oder ? in Teilen ? der Schienenverkehr. Entmotorisierung wird beispielsweise durch das ?Upsizing? von Fahrrädern realisiert, sodass auch größere Lasten mit Fahrrädern transportiert werden können. Und zu guter Letzt wird Mobilität zunehmend entprivatisiert ? natürlich auch durch Shared Mobility und damit durch Kollaborative Mobilität. Insbesondere in Mega-Cities, beispielsweise in China, entwickeln sich neue Mobilitätskonzepte.

Neben dem Auto werden zunehmend auch andere Dinge geteilt, wie etwa Bohrmaschinen (die übrigens im Durchschnitt nur 13 Minuten pro Jahr im Einsatz sind) und andere Alltagsgegenstände, Küchengeräte etwa, oder sogar die eigene Wohnung. Ob Nutzungsgebühren anfallen variiert dabei von Fall zu Fall. So fällt eine Verleihung des Werkzeugkastens unter Nachbarn wahrscheinlich eher unter die Kategorie ?Freundschaftsdienst?, während die temporäre Vermietung der eigenen Wohnung mitunter zu privaten Geschäftsmodellen gezählt werden können, durch die sich beispielsweise Studenten ein Zubrot verdienen. Auch die entsprechenden Internetplattformen können sich über Zuwachsraten freuen, was belegt, dass Ko-Mobilität ein Trend zu sein scheint, mit dem zu rechnen ist.

Tag Cloud zu "New Mobility" Services, präsentiert auf der Wocomoco 2015
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